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Projekt zur Quantifizierung verschiedener Mortalitätsfaktoren des Aals in der Schwentine

Die Bestände des Europäischen Aals (Anguilla anguilla) gehen seit den 1940er Jahren dramatisch zurück und die heutige Laicherbestandsbiomasse wird auf lediglich 2% bis 12% des Wertes vor 1980 geschätzt. Seit Anfang September 2008 untersucht nun ein Team aus Wissenschaftlern des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel, unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhold Hanel (Johann Heinrich von Thünen-Institut, Hamburg), welche Faktoren in Binnengewässern die Mortalität von Aalen in welchem Ausmaß beeinflussen.

Im Rahmen des 3 jährigen, vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) finanzierten, Projektes „Quantifizierung der Sterblichkeit von Aalen in deutschen Binnengewässern” soll durch umfassende wissenschaftliche Untersuchungen geprüft werden, ob und in wieweit charakteristische Gewässersysteme, wie das Schwentine- und, in Kooperation mit dem Institut für Binnenfischerei (IFB), Potsdam, auch das Havel-Einzugsgebiet, derzeit noch zur Entwicklung eines gesunden Laichfischbestandes des Europäischen Aals beitragen. Hierbei werden insbesondere die Auswirkungen der Freizeit- und Berufsfischerei, des Fraßdruckes durch Raubfische und fischfressende Vögel, aber auch der Einfluss von Krankheiten und Parasiten auf die Überlebensraten von Aalen untersucht. Letztlich soll über einen Vergleich der Besatzmengen und der aus dem System abwandernden Blankaale die Sterblichkeit von Aalen, aufgeschlüsselt nach einzelnen Einflussfaktoren, in einem vollständig geschlossenen Gewässersystem wie dem Schwentine-System ermittelt und Prognosen für die mittel- und langfristige Entwicklung des Laicherbestandes des Europäischen Aals erstellt werden. Diese können dann als wissenschaftliche Unterstützung bei der Erstellung von Aalbewirtschaftungsplänen dienen. Die Ergebnisse dieses Projektes dienen als Entscheidungsgrundlage für die Einleitung effektiver Schutzmaßnahmen und sollen zum dauerhaften Erhalt dieser, sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht, besonders wertvollen Fischart beitragen.

Erste Schritte zur Datenerfassung wurden bereits mit der Modifikation des Fangkorbes in der Helix-Fischtreppe am Wasserkraftwerk II in Raisdorf unternommen. Damit ist die lückenlose Erfassung der abwandernden Blankaale sichergestellt. Die gefangenen Blankaale sollen biometrisch erfasst und unterhalb der Fischtreppe wieder ausgesetzt werden. In Kombination mit parasitologischen und virologischen Untersuchungen an Einzeltieren wird so eine sehr genaue qualitative Beurteilung der aus dem Gewässersystem abwandernden Aale möglich. Des Weiteren ist geplant, durch ein umfassendes Raubfischmonitoring an ausgewählten Referenz-Abschnitten der Schwentine sowie durch Mageninhaltsanalysen von Kormoranen den Fraßdruck auf verschiedene Längenklassen des Aals zu quantifizieren.

Bei dieser erstmaligen Ermittlung, einer nach Einzelfaktoren aufgeschlüsselten Sterblichkeitsanalyse, wird besonderer Wert auf die enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Fischereibehörden sowie mit betroffenen Fischereibetrieben und Angelvereinen gelegt. Dadurch soll, u.a. sichergestellt werden, dass Aspekte einer nachhaltigen Bewirtschaftung in der Studie Berücksichtigung finden.

Kontakt:

Prof. Dr. Reinhold Hanel
Tel.: 0431 - 600 4556
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Dipl.-Biol. Enno Prigge
Tel.: 0431 - 600 4554
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Dipl.-Biol. Lasse Marohn
Tel.: 0431 - 600 4554
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