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Als erstes Bundesland konnte für Schleswig-Holstein aus Mitteln der Fischereiabgabe ein flächendeckendes Konzept zur Stützung der Bestände der Kleinen Flussmuschel erarbeitet und im Rahmen eines Pilotprojektes Alster-Bille von 2010 bis 2012 initiiert werden. Grundlage waren die aus dem FFH-Monitoring resultierenden umfassenden Kenntnisse der rezenten  und historischen Verbreitung von Unio crassus und des Zustandes seiner Populationen und Habitate.

Der Endbericht steht hier als Download zur Verfügung

Die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen Biologie (Faunistik, Molekulargenetik), Fischerei, Wasserwirtschaft, Naturschutz und des LSFV war sehr gut und für eine sinnvolle Begründung und Umsetzung der Maßnahmen unbedingt erforderlich. So konnte schon im Vorfeld eine Verfälschung des natürlichen Genpools durch Besatz mit nicht bodenständigen Wirtsfischen oder Muscheln (Erhalt der genetischen Biodiversität!) ebenso vermieden werden wie der Besatz mit ungeeigneten Wirtsfischen oder die Auswahl strukturell und funktional ungeeigneter Wiederbesiedlungsstrecken.


Praktische Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Alster–Bille-Pilotprojekt (Trächtigkeitsüberprüfungen, Wirtsfischidentifikation, genetische Validierung der Muschelpopulationen, Aufzucht, Auswahl von Wiederbesiedlungsstrecken) sollten in Maßnahmen zur Stützung weiterer schleswigholsteinischer Vorkommen einfließen.

Die Notwendigkeit eingehender Untersuchungen der potenziellen Wirtsfischfauna eines Unio-crassus-Bestandes (Vorkommen der Fischart während der Trächtigkeitsphase von Unio crassus, Glochidien-Infektionsgrad) ist die wichtigste Erkenntnis aus dieser 1. Projektphase. Es hat sich herausgestellt, dass gemeinhin als gute Wirtsfischarten geltende Arten wie Hasel, Döbel und Elritze in der Alster und Bille – wenigstens unter den gegenwärtigen Lebensraumbedingungen – nicht die geeigneten Fischarten zur Stützung der jeweiligen Muschelbestände sind. Stattdessen werden potenzielle Wiederbesiedlungsstrecken in beiden Gewässern mittlerweile routinemäßig mit von Unio crassus infizierten Dreistacheligen Stichlingen besetzt, und zwar aufgrund der weiten Verbreitung der Art, ihrer durchweg hohen Individuenzahlen über den Trächtigkeitszeitraum von Unio crassus und den durch unser Projekt nachgewiesen hohen Anteilen infizierter Stichlinge an rezenten Uniocrassus-Vorkommen. Aufgrund günstiger Rahmenbedingungen (Logistik, Renaturierungsmaßnahmen WRRL) an der Treene und Schwartau sollen vorrangig dort von 2013 bis 2015 gezielte Wiederbesiedlungsmaßnahmen auf fachlich fundierter Grundlage vorbereitet und durchgeführt werden. Wichtig ist die Einbindung der Fischereiverbände und Maßnahmenträger WRRL (z. B. Wasser- und Bodenverbände) vor Ort.

Verbreitung von Unio crassus in Schleswig-Holstein 2013 nach Brinkmann 2012. (Abbildung: Wiese)

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