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Flusskrebse

Kletterkünstler auf Erkundungstour - der ASV Schleswig ergreift Maßnahmen gegen invasive Flusskrebse

Ein Beitrag von Kai Lehmann unter Mitarbeit von Tim Engelhardt, Norbert Kubisch, Günther Schottenhammel uvm.

Ausbreitung und Verdrängung sind wichtiger Bestandteil natürlicher Vorgänge in Gewässern, doch begünstigt durch menschliche Aktivitäten wie Schiffsverkehr und Aquarienhandel haben in den vergangenen Jahrzehnten ungewöhnlich viele Neubürger Einzug in unsere limnischen Ökosysteme gehalten. Für den ursprünglich in Mitteleuropa und auch in Schleswig-Holstein weit verbreiteten europäischen Edelkrebs Astacus astacus ist vor allem die Ausbreitung der zum Zwecke der Aquakultur eingeführten, nordamerikanischen Flusskrebsarten Kamberkrebs und Signalkrebs eine ernste Bedrohung. Nur selten gibt es die Möglichkeit, deren Ausbreitung zu stoppen und damit einen der letzten freilebenden Edelkrebsbestände zu erhalten.

Schutz durch Nutzung – Perspektiven für den einheimischen Edelkrebs

Von Kai Lehmann, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Zoologisches Institut Abt. Limnologie. Bislang am Projekt beteiligte Personen: H. Brendelberger, K. Lehmann, H. JeskeEFF

Das Projekt wird gefördert durch das Landesamt für Landwirtschaft Umwelt und ländliche Räume (LLUR) mit Mitteln der Europäischen Union


Europäischer Fischereifonds,
Investitionen in eine nachhaltige Fischerei

Der Edelkrebs ist vielen Schleswig-Holsteinern noch gut bekannt. Bis vor einigen Jahrzehnten fand man in zahlreichen Still- und Fließgewässern unseres Landes noch größere Bestände des einzigen hier heimischen Flusskrebses. Nur wenige wissen jedoch um die Bedeutung, die der Edelkrebs für die Ernährung der Bevölkerung, als wirtschaftlicher Faktor für die Fischerei und für die Ökologie der Gewässer insgesamt noch bis vor gut 100 Jahren besaß (vgl. Schulz et al. 2009).

Das Schicksal der in Mitteleuropa heimischen Flusskrebse

Dipl.-Biol. Anja Dethlefs, Zoologisches Institut der Universität Kiel

Der geschichtliche Hintergrund

Bis etwa 1860 waren Flusskrebse ein wichtiger Nahrungsbestandteil aller Bevölkerungsschichten. In fast allen Gewässern fanden sich in großen Mengen der „Edelkrebs" (Astacus astacus), der „Steinkrebs" (Austropotamobius torrentium) und der „Dohlenkrebs" (Austropotamobius pallipes). Um der Nachfrage nachzukommen, gab es in ganz Europa sehr viele Krebszuchten und Krebshälterungsanlagen ("Krebsgärten"), die jeweils mehr als 750.000 Krebse fassten. Allein in Paris aß man damals jährlich 7-10 Millionen Flusskrebse.

Doch dann starben in der Lombardei (N-W Italien) alle Krebse. Schnell kam der Begriff "Krebspest" auf, denn so schnell breitete sich das Sterben aus und man konnte seine Krebse nicht schützen. Nach wenigen Jahrzehnten gab es in ganz Europa nur noch wenige Gewässer, in denen Flusskrebse lebten. Die großen Ströme waren wie leergefegt, ein ganzer Wirtschaftszweig brach zusammen.

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