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Aufgaben der Gewässerunterhaltungsverbände und Wasser- und Bodenverbände

Gewässerunterhaltung naturverträglich umgesetzt im Kreis Herzogtum Lauenburg

Die Aufgaben der Verbände werden durch das Landeswassergesetz Schleswig-Holstein (LWG) und das Gesetz über Wasser- und Bodenverbände (WVG - Wasserverbandsgesetz) geregelt und in einer Satzung der jeweiligen Verbände festgesetzt. Die Aufgaben umfassen vorrangig folgende Punkte (gemäß § 2 WVG):

  • Ausbau einschließlich naturnahem Rückbau und Unterhaltung von Gewässern.
  • Bau und Unterhaltung von Anlagen in und an Gewässern, lt. genehmigtem Anlagenverzeichnis
  • Unterhaltung von Rohrleitungen ungeachtet ihrer Gewässereigenschaft, lt. genehmigtem Anlagenverzeichnis.
  • Der Verband kann Grundstücke im Sinne des Naturschutzes und der Landschaftspflege schützen, pflegen und entwickeln sowie Betreuung von Schutzgebieten übernehmen.


D.h. im weitesten Sinne ist es die Aufgabe der Gewässerunterhaltung gemäß § 28 Wasserhaushaltsgesetz (WHG), die Funktionsfähigkeit des Gewässerbetts einschließlich der Ufer bis zur Böschungsoberkante zu erhalten bzw. wieder herzustellen, zu pflegen und zu entwickeln. Die geschieht unter Berücksichtigung von ökologischen, landeskulturellen und ökonomischen Gesichtspunkten.

Arbeiten im Rahmen der Gewässerunterhaltung

Die Verbände unterhalten die Gewässer je nach Anforderung und Entwicklungsziel maschinell, d.h. mit einem Bagger mit Mähkorb bzw. Grabenräumschaufel oder manuell.

Die manuelle Unterhaltung der Gewässer erfolgt durch die "Auwärter". Hier wird die Arbeit mit handgeführten Maschinen oder Werkzeugen (Motorsense, Motorsäge, Sense, Forke, Schaufel, Spaten und Handhebelzug) durchgeführt und ist damit in besonders sensiblen Bereichen angebracht.
Die Auwärter sind in allen Aufgabenbereichen tätig. Dies umfasst Böschungsmahden, Sohlkrautungen, Sohlräumungen, einfachen Reparaturarbeiten an Schächten und Rohrleitungen und Hindernisbeseitigungen sowie in den Wintermonaten die Gehölzpflege.

Die häufigsten Arbeiten, welche von den Verbänden an den Gewässern auszuführen sind, werden hier kurz beschrieben.


1. Böschungsmahd

Diese Arbeit beinhaltet das Abschneiden und Entfernen des übermäßigen Pflanzenbewuchses auf den Böschungen mittels eines Mähkorbs (maschinell) oder Sensen (manuell). Die Mahd kann durch beidseitige, einseitige und halbseitige Arbeiten den jeweiligen ökologischen Anforderungen angepasst werden.

"Beim Mähen von Uferpflanzen muss bedacht werden, dass der Bereich gleich oberhalb des Wasserspiegels wichtige Verstecke und Lebensstätten für Fische und Kleintiere bietet. Die Wurzeln stabilisieren darüber hinaus den Boden. Zumindest der Übergangsbereich Land-Wasser darf deshalb nicht angetastet werden."
Dr. Ludwig Tent, "Ökologische Gewässerunterhaltung unter den Anforderungen der EU-WRRL, Veranstaltung des DBVW, Rostock 08.09.2004"

2. Sohlkrautung
Der Krautaufwuchs in einem Gewässer ist vor allem von der Fließgeschwindigkeit, dem Nährstoffgehalt und den Lichtverhältnissen abhängig. Die Häufigkeit und die Art der Entkrautung richten sich nach den notwendigen Bedürfnissen des Wasserabflusses. Es wird eine Beseitigung der Verkrautung einschließlich der Entnahme der Krautwurzeln oberhalb der gewachsenen Sohle vorgenommen. Die Sohlkrautung wird maschinell (Mähkorb) bzw. manuell (Forke) durchgeführt. Durch beidseitige, einseitige und halbseitige Arbeiten kann die Krautung den jeweiligen ökologischen Anforderungen angepasst werden.

3. Sohlräumungen

Durch Erosions- und Sedimentationsprozesse im fließenden Gewässer entstehen Ablagerungen, die die Fließgeschwindigkeit eines Gewässers beeinträchtigen können. In diesem Zusammenhang und aufgrund unterschiedlicher Belastungen der Gewässer bilden sich in Abschnitten mit sehr geringer Fließgeschwindigkeit Schlammablagerungen. Dies kann gerade in den Sommermonaten zu einem erheblichen Sauerstoffentzug in den Gewässern führen. Die Beseitigungen von Auflandungen und Schlammablagerungen im Gewässerbett mittel Grabenräumschaufel (maschinell) oder manuell wird mit dem Begriff Sohlräumung beschrieben. Diese Arbeiten werden im Vorfeld mit der zuständigen unteren Wasserbehörde abgestimmt.

4. Gehölzpflege
Für die Entwicklung der Fließgewässer werden im Bereich der Böschung und des Uferrandstreifens eines Gewässers Anpflanzungen von Gehölzen vorgenommen. Diese gepflanzten oder natürlich vorhandenen Gehölze sollen durch Pflegemaßnahmen erhalten werden um eine ausreichende Beschattung des Gewässers und der Böschungen zu gewährleisten. Die Gehölzpflegearbeiten werden ausschließlich in notwendigen Abschnitten fachgerecht durchgeführt.

5. Hindernisbeseitigung
Diese Arbeit wird vorrangig durch die Auwärter ausgeführten. Es werden Verklausungen (Verkeilen von Treibholz) an Durchlässen, Brücken und Stegen und sonstigen Engstellen im Gewässer, welche bei Hochwasserereignissen zur Schädigung von Anliegern führen, entfernt.

6. Rohrleitungsreparaturen
Defekte durch Verstopfungen (z.B. Wurzelwerk) oder Schäden an Rohrleitungen in verrohrten Gewässerabschnitten werden durch Spülungen bzw. Sanierung behoben. Diese Aufgaben werden durch beauftragte Fachunternehmen durchgeführt.

Mit freundlicher Genehmigung des

Gewässer- und Landschaftsverband Herzogtum Lauenburg
Robert-Bosch-Str. 21a, 23909 Ratzeburg

Telefon: 0 45 41 / 85 70 88-0
Telefax: 0 45 41 / 85 70 88-1
E-Mail: infoglv-rzde
Internet: www.glv-rz.de

Sohlkrautung und Böschungsmahd mit Mähkorb
Sohlkrautung und Böschungsmahd mit Mähkorb
Maschinelle Gehölzpflege
Maschinelle Gehölzpflege

Was ist Gewässerunterhaltung?

Gewässerunterhaltungsmaßnahmen


Als Unterhaltungsmaßnahmen werden gewöhnlich alle Arbeiten bezeichnet, die dazu dienen den ordnungsgemäßen Wasserabfluss zu gewährleisten: Räumen, Mähen von Böschungen und Bermen, Krauten, Beseitigen von Schäden und Abflußhindernissen. Von der DIN 4047, Landwirtschaftlicher Wasserbau, Teil 5 Ausbau und Unterhaltung von Gewässern, werden die Bezeichnungen für Unterhaltungsmaßnahmen wie folgend geregelt:

  •     Krauten/Entkrauten:

Beseitigung der Verkrautung, Entfernung der Pflanzenmasse, z.B. durch Mähgeräte. Pflanzen, die im Wasserbereich wachsen, werden oberhalb der Sohle abgeschnitten. Eine Sedimententnahme findet nicht statt.

  •     Räumen:

Beseitigung von Auflandungen und Abflusshindernissen. Sowohl Pflanzen wie Substrate (Totholz, Findlinge etc.) werden aus dem Gewässer entnommen.

  •     Grundräumung:

Beseitigung von Verlandungen und Auflandungen zur Wiederherstellung des erforderlichen Abflußquerschnittes. Der Übergang zur Räumung ist fließend. Bei der Grundräumung werden verlandete Gewässerabschnitte vollständig neu ausgehoben.

  •     Mähen:

Abschneiden und Entfernen des übermäßigen Pflanzenbewuchses auf Ufern und Vorländern durch Mähgeräte.

Mähkorb
Mähkorb - Priesterbach (2004): Krauten/Entkrauten und Mähen mit dem Mähkorb. Die Pflanzenmasse wird entnommen und in der Fahrspur des Baggers abgelegt. Es ist nur schwer zu vermeiden, dass ein - wenn auch geringer - Teil vom Sediment entnommen wird. Bei Bächen mit einem größeren Anteil von Kies in der Sohle wird die Grundberührung mit dem Mähkorb vermieden, um eine Beschädigung des Gerätes zu vermeiden. In solchen Gerinnen ist die Sedimententnahme und Sohlenbeschädigung minimal.
handmahd
Mit der Sense gemäht - Schwarze Au (2006): Watend mit der Sense überwiegend gemäht, nur wenig gekrautet. Ein großer Teil der Pflanzenmasse verbleibt im Wasser.

Was macht die Gewässerunterhaltung gefährlich für Fische?



Das Entfernen von Pflanzenmaterial (Krauten und Mahd) aus einem Fließgewässer und die damit verbundene (Zer-)Störung des Lebensraumes hat sicher einen Einfluss auf die Fischgemeinschaften. Wie groß dieser Einfluss ist, ist derzeit noch umstritten. Eine kurzfristige Störung wird von dem Eingriff in das Gewässer durch Maschinen oder Arbeiter bei der Handmahd ausgehen, wobei es vermutlich zu Scheucheffekten oder einem Exodus (Massenflucht) kommt.

Auch kann durch Waten oder den Einsatz von Geräten Sediment mobilisiert werden, so dass es durch die dann eintretende Wassertrübung, ähnlich wie nach starken Niederschlägen, zu einer Beeinträchtigung der Lebensbedingungen durch Sauerstoffmangel oder Kolmation (Zusetzen des Kies- oder Bachbettlückensystems) kommen kann. Von gravierender Wirkung wird das Anlanden, Töten oder Verletzen der Fische bei der Entnahme des Pflanzenmaterials sein, wobei auch eine Gefährdung durch den nicht beabsichtigten, aber durchaus auftretenden Eingriff in die Gewässersohle besteht. Die Veränderung des Strömungsregimes und die Verarmung an gewässergestaltenden Strukturen (Totholz, Findlinge etc.), die zu einem großen Teil auch vom technischen Gewässerausbau herrühren können, werden sich dagegen langfristig formend auf die Fischgemeinschaft auswirken.