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In diesem Jahr haben landesweit etwas mehr als 400 Befischungen für die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) stattgefunden. Eine der Aufgaben des Fischereiberaters ist es, den Kontakt zwischen den Fischereiausübungsberechtigten und den Auftragnehmern, die die Untersuchungen durchführen, herzustellen. Am 05.09.2008 wurde zum Beispiel bei einer Befischung im Bearbeitungsgebiet Flensburger Förde (BG 23) ein Treffen zwischen Vertretern des Naturschutzvereins Habernis-Steinberger Au, als Fischereiausübungsberechtigten, und den Mitarbeitern des Büros Biota von mir arrangiert; der Fischereiberater des LSFV Schleswig-Holstein ist übrigens auch Fischereivertreter in der WRRL-AG des Bearbeitungsgebietes 23.

Auftragnehmer und Fischereiausübungsberechtigte bei der BesprechungWer sich jetzt fragt, warum ein Naturschutzverein und kein Angelverein hier Fischereirecht hat, kennt nicht die besondere Situation der kleinen Auen in der Landschaft Angelns. Es handelt sich hier um kurze und schmale, im Ober- und Mittellauf gefällereiche Fließgewässer, die idealerweise einen hohen Anteil von Kies aufweisen. Anglerisch sind sie, von einer Fischart abgesehen, nahezu bedeutungslos. Nur Aale werden sich gelegentlich in eine Mündung setzen und im Sommer ist der Wasserstand über große Strecken viel zu niedrig, als dass sich ein anglerisch attraktiver Fischbestand einstellen könnte. Dennoch findet hier eine für Angler bedeutsame Arbeit statt: die Förderung der Vermehrung von Meerforellen. Die Fischgemeinschaft dieser kleinen Gewässer setzt sich ab September hauptsächlich aus Meerforellen, ein paar Aalen und Flundern zusammen. Die Meerforellen profitieren von den extrem kurzen Wegen zum Laichplatz und nehmen dieses Angebot offensichtlich auch zahlreich an. Unterstützt werden sie dabei von dem Naturschutzverein, der nicht nur für künstlich erbrüteten Nachwuchs sorgt, sondern sich auch um die Neuanlage und den Erhalt der wertvollen Sohlstrukturen kümmert.


Bei der Elektrobefischung
Für beide Seiten - Naturschützer wie Angler - ist der Wissensaustausch ungemein wichtig. Die Auftragnehmer benötigen für die Bewertung der Fischgemeinschaft Informationen über sogenannte Besatzartefakte, um beurteilen zu können, inwieweit das Fangergebnis auch auf natürlicher Reproduktion beruht und ob Fischarten überhaupt natürlicherweise im Untersuchungsgebiet auftreten. Die Fischereiausübungsberechtigten interessiert natürlich, ob die Fangergebnisse dem ehrenamtlichen Einsatz einen Erfolg bescheinigen. Erfreulicherweise konnten die Elektrofischer der geleisteten Arbeit ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Eine große Zahl von Meerforellen, zum Teil bereits gefärbt, stand im Bereich der Mündungen in die Flensburger Förde und wartete offensichtlich schon auf eine Gelegenheit zum Aufsteigen. Eine große Zahl von juvenilen Meerforellen befand sich noch in den Oberläufen und zeigte, dass dort gute Aufwuchsbedingungen herrschen. Besonders erfreulich: Auch nichtbesetzte Teilstrecken zeigen inzwischen Nachwuchs in ähnlicher Zahl wie die besetzten Teilstrecken.

Messen der FischeStark getrübt wird die verdiente Freude der Haberniser Naturschützer an ihren Meerforellen durch die Situation außerhalb der Auen in der Ostsee, denn dort lauern aus Sicht von H. J. Klindt (2. Vorsitzender des Naturschutzvereins Habernis-Steinberger Au) zu viele Stellnetze, die außerdem nach Aussage der Naturschützer oft innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Schutzzone von 200 m aufgestellt sind. Ein Appell an eine intensivere Fischereiaufsicht erfolgte bereits bei der zuständigen Dienststelle der Wasserschutzpolizei. In Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen der betroffenen Bearbeitungsgebiete könnte auf Initiative des Naturschutzvereins Haberniser Au e. V. eine Änderung der Küstenfischereiordnung angeregt werden, die den Angelner Auen einen vergleichbaren Schutzstatus verschafft, wie ihn die dänischen Auen auf der anderen Seite der Flensburger Förde bereits heute haben.

Laichplatz für Meerforellen im OberlaufEin kleiner Hinweis, wer diese Informationen als Anregung für die Angelei auf Meerforellen in den Auen bei Flensburg versteht: Hier wird seit Jahrzehnten nicht geangelt und das Auftauchen einer fangbereiten Angelrute im Binnenland wird von den Anwohnern und der Jägerschaft, die ihre Augen ständig in der Landschaft haben, umgehend mit rechtlichen Schritten beantwortet.

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