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Zwei aktuelle Meerforellenprojekte in Schleswig-Holstein

Christoph Petereit*, Jan Dierking, Thorsten Reusch, Sascha Nickel & Albrecht Hahn

Meerforellen stellen bei uns sowohl historisch als auch rezent eine wichtige Art für die Fischerei - und auch insbesondere auch für die Angelfischerei dar. Jedoch fehlen in Schleswig Holstein (SH) aktuelle Informationen (aus biologischer, wirtschaftlicher, angler- und fischereilicher Sicht) zu dieser Fischart inklusive einfacher, grundlegender Parameter, die von allen unseren Nachbarländern erfasst und zum Management dieser Art genutzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle, jetzt online verfügbare (LINK: http://oceanrep.geomar.de/21919/ ) und durch die Fischereiabgabe Schleswig Holsteins geförderte Literaturstudie über die Meerforelle in Schleswig Holstein.

(A) In dieser Studie wird eine Inventurliste von Gewässern für Schleswig-Holstein mit historischem oder aktuellem Meerforellenaufkommen vorgestellt, die für Schleswig-Holstein 115 Gewässer bzw. Gewässerabschnitte, 43 davon mit Ostseeabfluss, beschreibt. Unter anderem wird eine chronologische Darstellung von Produktionskapazitäten, Besatz, wasserbaulichen und ökologischen Maßnahmen sowie den in Schleswig-Holstein gemeldeten fischereilichen Anlandungen für die Zeitspanne 1925 bis 2012 präsentiert. Aktuelle Ansätze in Meerforellenforschungs- und Managementprojekten anderer Ostseeanrainerstaaten, sowie neueste Methoden werden detailliert erläutert und hinsichtlich Ihrer Eignung zur möglichen Umsetzung in Schleswig-Holstein bewertet.

(B) Auf Grundlage dieser erfolgreichen Arbeit konnte anschließend ein weiteres Forschungsvorhaben initiiert werden, dass durch den Europäischen Fischerei Fond und die Fischereiabgabe Schleswig-Holstein finanziert wird. Ziel dieses 14-monatigen Projektes, das sich momentan in einer umfangreichen Elektrofischerei-Feldphase befindet, ist die Erhebung des Forellen-Jungfischaufkommens (Parr-Monitoring) schleswig-Holsteinischer Bäche und Fließgewässer mit Ostseemündung nach Qualitätsmaßstäben des Europäischen Rates für Meeresforschung (ICES).  Das Endergebnis entspricht einer Art „Inventur“ dieser Gewässersysteme für das Jahr 2013 und liefert damit den ersten notwendigen Schritt zur landeseigenen Einschätzung der Meerforellen-Produktivität Schleswig-Holsteinischer Ostseegewässer. Zunächst ist diese Erhebung auf die Saison 2013 beschränkt, noch weiter zielführend wäre eine kontinuierlichere Erhebung dieser Produktionsdaten um die Schwankungen des Parr-Aufkommens in Schleswig-Holstein besser zu verstehen. Ein weiterer Schwerpunkt der Studie befasst sich mit der Populationsstruktur von Meerforellen innerhalb Schleswig-Holsteins. Zweifelsohne ist der Meerforellenbestand seit Dekaden durch Besatzprogramme geprägt, dementsprechend ist es eine sehr spannende Frage, ob trotzdem noch gewässer- bzw. regionaltypische Unterschiede gefunden werden können. Erste Ergebnisse dieses Teilprojektes werden ab Mitte nächsten Jahres erwartet.
Die Erkenntnisse aus allen Projekten sollen in das bestehende Managementsystem der Meerforellen eingehen, und auch die wissenschaftliche Basis für ggf. notwendige und anstehende Optimierungen liefern können.   

 

 

 

 

 

 

 

*Kontakt: Dr. Christoph Petereit, Helmholtz-Zentrumfür Ozeanforschung GEOMAR, Kiel
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Telefon: 0431 600-4567


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