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Im Rahmen der Fischartenhilfsmaßnahmen 2008 - 2011, die aus der Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein finanziert und durchgeführt werden, ist auch ein Projekt zum Schutz und zur Unterstützung der Quappe (Lota lota) vorgesehen. Der Aufbau eines erforderlichen Besatzprogramms zur Stärkung der Quappenpopulation wird in Zusammenarbeit des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein mit der Fischzucht Jan Kemnitz in Aukrug durchgeführt.

Als eine Schwierigkeit bei diesem Vorhaben stellt sich die Beschaffung geeigneter Elterntiere für die spätere Aufzucht dar. Die Quappe kommt in Schleswig-Holstein in immer weniger Gewässern vor. Größere Bestände gibt es beispielsweise noch im Elbe-Lübeck-Kanal in der Nähe von Büchen.

Aufgrund ihrer Lebensweise ist die Quappe nun aber eine Fischart, bei der man mit der üblichen Methode der Elektrofischerei nicht zum gewünschten Erfolg kommt und die Fische im Gewässer ohne großen Aufwand und in ausreichender Anzahl absammeln kann. Hier gilt es zusätzliche Wege zu finden.

Nachdem dies Problem bei den heimischen Anglern bekannt wurde, erklärten sich spontan einige Angler aus Schleswig-Holstein und Hamburg bereit das Projekt zu unterstützen und bei einem Laichfischfang im Elbe-Lübeck-Kanal ihren Anteil zum Erhalt der Quappe beizutragen. Einen ersten Versuch starteten die Angler unter der fachkundigen Leitung von LSFV-Biologe Rüdiger Neukamm und Fischwirtschaftsmeister Jan Kemnitz bereits am 01. März 2008. Leider konnten - wohl auch aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse an diesem Tag - nur sieben Quappen gefangen werden, die in den mitgebrachten Fischtransportbehälter von Jan Kemnitz eingebracht wurden. Am Ende sind davon noch drei Fische während des Transports nach Aukrug verendet, sodass lediglich vier Quappen in der Fischzucht Kemnitz ankamen.

Das hört sich zunächst wenig an. Bedenkt man jedoch, dass Quappen pro kg Körpergewicht bis zu 750.000 Eier legen, erkennt man die Bedeutung selbst dieser kleinen Zahl. Die vier Quappen ergänzen heute in der Fischzucht Kemnitz den bisherigen Bestand. Aus ihren Fischeiern entstehen bei einer konstanten Wassertemperator von 4° C die neuen Quappenbrütlinge, die bereits im ersten Jahr bei guter Fütterung erstaunliche 20 cm wachsen können. Ein weiteres Jahr später erlangen die Quappen die Laichreife.

Wenn die Quappen eine ausreichende Größe erreicht haben, werden sie wieder in die schleswig-holsteinischen Gewässer ausgesetzt und leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt dieser Fischart.

Auch im Winter 2008/2009 planen der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein und die Angler wieder einen Quappen-Laichfischfang, um dieses erfolgversprechende Projekt weiter voranzutreiben. Interessierte Angler sind herzlich dazu eingeladen. Die Möglichkeit zur Anmeldung sowie weitere Informationen und Termine dazu gibt es im Anglerforum Schleswig-Holstein (Link unten).

 

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